# 19 Restaurant Sonnblick // Semmering

Pausen auf langen Autofahrten sind wichtig. Diese Pause im Ristorante Sonnblick hätte ich aber lieber nicht gemacht. In Gedenken an die fettigsten Pommes, die ich je serviert bekam:

 

Auf der Fahrt ins steirische ist die schönste Strecke für mich über den Semmering. Also so richtig über die Passhöhe statt durch den Tunnel. Der Luftkurort ist so schön mondän und verschlafen und wenn man gerade um die Mittagszeit vorbei kommt, dann auch ein guter Halt für eine Pause.  Diesmal wollten wir nicht lange suchen und haben gleich das erste Lokal abseits der Bundesstrasse ausgewählt, das uns einen unkomplizierten Parkplatz geboten hat.

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Von der Fahne “Hier gibt’s ofenfrische Pizza”, die mir im Ristorante Sonnblick Conveniencekost zu versprechen scheint habe ich mich nicht abschrecken lassen. Wohl auch weil ich mir als alter Minigolfhaudegen gedacht habe. “Wo Minigolf gespielt wird, das können keine Schlechten sein!”. Und sie hatten Cordon Bleu auf der Karte. Hinein mit uns!

Wir waren kurz nach 13.00 Uhr die einzigen Gäste. Im ersten Gastraum, nahe der Schank, durfte geraucht werden, wir sind weiter nach hinten, in den hellen Bereich an den Fenstern. Zwei Mal Cordon Bleu wurde geordert, der geschäftstüchtige Wirt hat uns noch extra Salate verkaufen können, wir freuten uns auf das Essen.

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Was gekommen ist, waren zwei doch recht feine Cordon Bleus, die Beilagen haben uns aber dein Appetit reichlich verdorben. Der Reis meiner Begleiterin war angebrannt und hat auch streng danach geschmeckt, meine Pommes waren … gelinde gesagt eine Frechheit. Die zwar handgeschnitzt wirkenden Dinge waren derartig von Fett durchtränkt, daß mir jetzt noch schlecht wird, wenn ich mir die Bilder ansehe. Hat irgendwie gewirkt, als wären sie entweder vor längerer Zeit schon einmal frittiert worden und nun – startend in noch viel zu kaltem Frittieröl – noch ein zweites Mal schnell frittiert um warm serviert zu werden.

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Das Cordon hat geschmeckt. Es war zwar an einigen Stellen schon zu tief gebräunt und auch nicht besonders fein abgetropft, aber die Konsistenz und der Geschmack des Schinkens und des Käses haben gepasst. Hätte durchaus gut sein können .. wären da nicht diese Beilagen gewesen. Nächstes Mal vielleicht wieder durch den Tunnel und dann auf der steirischen Seite essen.

Restaurant Sonnenblick

Hochstrasse 28-29
2680 Semmering Tel.:(+43) 02664/2498

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#14 Buzihütte // Innsbruck

Wenn man in die Tiroler Landeshauptstadt kommt, ist es gar nicht so einfach, Gerichte nach österreichischer Tradition zu finden. Dominiert wird die Stadt am Inn vor allem vom italienischen Einschlag. Aber wir haben uns vorab informiert und sind auf einige Lokale gestossen, die unser besonderes Interesse geweckt haben.

Unser Taxifahrer hat etwas verwundert geschaut, als wir ihn vom Zentrum zur Buzihütte dirigierten: “Was wolltsch denn dort?!”, war seine irritierte Frage. “Eiterbeule testen”, unsere Antwort. Denn wir haben einiges gelesen von der sogenannten Eiterbeule, die nördlich von Innsbruck in einem Gasthof am Hang angeboten wird.

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Geöffnet ist nur am Abend und wir haben vorsorglich reserviert. Für einen Eiterbeulen- und einen Schnitzelesser. Hauptsache paniert. Mit dem Taxi kostet es gerade mal runde € 10, der Blick auf die Tiroler Landeshauptstadt ist aber toll. Die Hütte hat Kultstatus, hören wir. Auch die studentischen Rodler treffen sich da gerne am Ziel ihrer Rodelpartie, um noch den richtigen Alkoholpegel zu bekommen, bevor sie sich wieder ins Herz Innsbrucks zurücklagen. Als wir kommen, ist es noch sehr leer. Keine Frage, wir sind auch die ersten.

Die Speisekarte ist sehr traditionell mit heimischen Gerichten, neben der Eiterbeule (die uns als gefülltes Schnitzel angekündigt wurde) gab es auch ein klassisches Cordon Bleu auf der Wochenkarte. Aber wir wollten dieses seltsame Ding, dessen Rezeptur laut Website ja sehr geheimgehalten wird).

Etwas überraschend sind die Beilagen, die sowohl zur Eiterbeule als auch zum Wiener Schnitzel serviert werden. Ein Gupf Reis, eine Portion saurer Kartoffelsalat und ein Tupf Krautsalat. Hmmmm. Irgendwie nicht ganz passend zu gebackenem. Der Schnitzeltyp vis a vis von mir hat quasi alle Beilagen stehen lassen, die garnierende Tomate hat er mitverspeist.

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Ich hab es probiert, aber es hat einfach nicht gepasst. Entweder den Kartoffelsalat etwas süsser gestalten oder einfach klassische Kartoffelbeilagen hätten der Eiterbeule auch gut getan.

Was aber hat die Eiterbeule gefüllt? Wir tippen auf etwas Rohschinken, Käse, Pfefferoni und etwas Paprika. Eigentlich keine schlechte Kombination. Es war aber ganz ehrlich etwas zu lange in der Pfanne. Ein Attribut, dass man beim Schnitzel nur doppelt unterstreichen konnte.

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Sehr urig übrigens der Stil der Buzihütte, die Plastikblumen und die seltsamen Tischtücher hätte ich aber gerne gegen etwas originäreres ausgetauscht.

Das richtig gute Cordon Bleu in Innsbruck werden wir noch finden. Versprochen!

Gasthaus Restaurant Buzihütte Karoline Pilz

Berchtoldshofweg 14, 6020 Innsbruck,

 

#4 Zauchnerwirt // Villach

Wenn man Villach und Cordon Bleu in dieser Kombination googelt, stösst man sofort auf den Zauchnerwirt. Zählt doch das panierte und gefüllte Schnitzel zu den Spezialitäten des Hauses. Es gibt eine eigene Seite nur mit Cordon Bleu-Variationen, vom Klassiker über Bauern-, Amerika- bis zu Italien Variationen.

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Wir haben uns heute für die italienische Version mit San Daniele Prosciutto und Gorgonzola entschieden. Bis zu 35 Minuten soll die Wartezeit betragen, da das Cordon Bleu hier im Ofen gebacken wird.

Auf Nachfrage beim Kellner hören wir: Das gefüllte Schnitzel wird fertig paniert, dann mit Butterschmalz eingerieben und für etwa 30 Minuten im Konvektomat/Heißluftofen gebacken.

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Die Farbe der Panier ist ideal, die Portion mit einer Beilage nach Wahl für €13,80 angemessen. Leider ist auch hier (wie schon in der Gartenrast/Radenthein) der Gorgonzola viel zu dominant und gibt dem Aroma des Prosciutto keine Chance.

Gasthof zum Zauchnerwirt Ferdinand Wedenig Strasse 49  9500 Villach – Zauchen             Tel: +43 (0)4252 3713

#3 Schnitzelwelt // Spittal a. d. Drau

Auch in den Tiefen der Schnellabfertigung sogenannter Fast Food Restaurants ist das Cordon Bleu angekommen. Dass gerade dort die Kreativität kaum Grenzen hat, haben wir im kärntnerischen Spittal a.d.Drau an einem Sonntag Nachmittag erleben dürfen.

IMG_8751.jpgZur Sicherheit hat man im Namen des Gerichtes das Bleu (also den Teil, der im französischen für blau steht) auf der Menütafel gleich weggelassen.

Die Variationen sind durchaus aussergewöhnlich, dennoch habe ich mich heute eher für den Klassiker des Bauern-Cordon Bleus entschieden. Anders als in den klassischen Varianten dieses Gerichtes hat man in dieser Fast Food Kette neben Käse, Speck und Zwiebeln auch noch Mais hinzugefügt. Den würde es nicht wirklich brauchen.

Vorteil des Lokals: Die Fertigung der Speise erfolgt transparent und vor den Augen des Kunden. In vielen modernen Gaststätten wir hier schon mit Convenience gearbeitet, der Gast bekommt dann manchmal ein gefülltes Formfleisch-Schnitzel aus den Tiefkühlregalen der bekannten Diskonter gereicht.

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Ob der Frische und des sofortigen herausbackens sind manche Fast-Food-Schnitzelhäuser ob ihrer Qualität nicht zu verachten, das Problem stellt dann oft die Beilage dar, hier gibt es in diesem Bereich zumeist Convenienceware (TK Pommes oder Wedges)

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