Beim Wirtn

#9 Strasser Bräu // Wien-Meidling

Das Strasser Bräu, ganz nahe an der U4 Station Meidling – und damit auch sehr nahe an der Kult-Disco unserer Jugend ist ein klassisches Bierlokal, wie sie in den 1990er-Jahren eine Menge aus dem Boden gestampft wurden. Typus Helle Holztische, Kupferlampen, viele Fassbiere und eine Speisekarte von lustigen Broten über Spareribs bis zu vielerlei Gebackenen. Und bei letzteren sind wir genau richtig, denn saisonal bedingt wird neben dem Standard (Bauern Cordon Bleu) auch ein Kürbis Cordon Bleu angeboten.

Fein, daß ich heute abend nicht alleine die Cordon Bleu Karte testen muss, so konnten wir von beiden Varianten probieren. Um es schon vorab zu erwähnen: Vom Hocker hat es uns ob der Qualität nicht gerissen.

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Das Bauern Cordon Bleu kann zwar locker mit ähnlichen Exemplaren in vergleichbarer Gastronomie mithalten, aber da ist noch viel Luft nach oben. Besonders bemüht hat man sich zwar bei Tischset und Garnierung getan, aber ein fescher Glasteller kann leider nicht hinwegtäuschen, daß das Cordon Bleu wohl etwa eine Minute zu lang in der Fritteuse verweilte. Die abstehenden Panierteile waren hart und alles andere als knackig. Der Kern des Bauern Cordon Bleus war aber sehr gut, die Beilage wirklicher gut. Hätten wir vorher gewusst, welch üppige Salatportion aus Kartoffelsalat, roten Rüben, Kraut etc auf uns zu kommt, wir hätten die Braterdäpfel nicht extra dazu bestellt. Die kamen nämlich in einer Portion, die man als Hauptgang durchgehen lassen könnte.

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Noch einmal zum Kürbis Cordon Bleu. Es war als vegetarisch ausgewiesen. Davon haben wir uns nicht abschrecken lassen. Aber ganz ehrlich: Es hätte eine sehr intensive Zutat gebraucht. Hier war es gefüllt mit Mozzarella und Kräutern, in Kürbiskern- Knuspermantel gebacken, dazu Schnittlauchrahmsauce und Blattsalat um € 8,90.

Sei es einen “Stinker” aus der Käselandschaft oder einen sehr würzigen Schinken, vielleicht sogar Speck, der die trostlose Geschmacksintensivität von Kürbis retten könnte. Hier ist das leider nicht gelungen. Kurzum: Das Kürbis Cordon Bleu hat sehr belanglos, also nach wenig bis nichts geschmeckt. Sollte die Konzentration auf der mitservierten Sauce Tartare liegen, dann hätte ein helles Brot durchaus gereicht.

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Während wir im Strasser Bräu sehr nah zur Bar gesessen sind, sind zahllose Gäste gekommen, die meisten haben gar keinen Platz bekommen. Das Konzept geht also seit Jahren offenbar auf. Am Cordon Bleu kann es nicht liegen. Wir haben die Lösung aber live erlebt: Sehr selten haben wir auf unseren Lokalbesuchen derartig aufmerksames Personal wie im Strasser Bräu erlebt. Was manche vielleicht als übertrieben freundlich empfinden (“darf`s bei ihnen noch was sein?”) kommt zwar manchmal bisserl komisch, wenn die Gläser noch halb voll sind, aber umgekehrt wäre es schlimmer. Wir fühlen uns zu jeder Zeit perfekt bedient. Von unserem privilegiertem Platz nahe der Bar konnten wir sehen, was in der Küche abgeht. Und dort war es richtig lustig. Check

Sensationell – das sei gesagt – noch die Website. Findet man auf der Startseite doch noch die aktuellen, saisonalen Angebote wie Sturm und Wild, dann kann man im Bereich “News” auf Ereignisse aus 2004 zurückblicken. Vintage is the new Hype.

 

Strasser Bräu, Schönbrunnerstraße 253-255, 

Mo-FR:11-24 Uhr Samstag 17-24 Uhr Sonn und Feiertag: Ruhetag

 

 

 

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