#20 Zum Waldviertler Sepp // Schrems (NÖ)

Ein Tag in Schrems prophezeit mir schon viel Vorfreude. Zumindest zwei Vorzeigebetriebe gibt es dort im very north end of Austria. Auf der einen Seite ist da die GEA Manufaktur des ach so von mir geschätzten Heini Staudinger. Einmal wollte ich endlich den Ort sehen, wo all meine Schuhe geboren wurden. Und gleich vis a vis der Heimstätte aller Waldviertler Schuhe befindet sich die Schremser Brauerei. Ein sehr familiärer Traditionsbetrieb, den ich endlich auch einmal aus der Nähe sehen wollte.

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Zwei Highlights haben die beiden Betriebe für mich parat: a) ich konnte endlich GRÜNE Waldviertler Schuhe in meiner Größe (47) ergattern und b) Der Leuchtschriftzug über dem Brauereieingang ist noch viel geiler als die Naturbiere aus Schrems. Das hat Stil und möge hoffentlich noch lange so bleiben, auch wenn dann schon der Karl Theodor jun.jun.jun.jun. das Brauzepter schwingt. Leider war Samstag nachmittag niemand mehr vor Ort und wir mussten uns irgendwo im Ort ein Lokal suchen, wo wir lokales Bier aus der Schremser Brauerei trinken konnten … und der Hunger hat uns natürlich auch vorangetrieben.

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Die Angst, dass wir Samstags um etwa 15.00 Uhr hier im nördlichen Waldviertel noch geöffnete Essensabgabestellen finden würden wurde uns bald genommen. Als wir zum zweiten Mal beim Gasthof Trinkl, auch “Zum Waldviertler Sepp” genannt vorbeikurvten haben wir einfach angerufen, ob die Küche noch warm sei. Etwa zwei Minuten nach dem JA standen wir schon im Gastraum. Und wir waren nichtmal die einzigen.

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Für mich war die Entscheidung eine einfache: Waldviertler Sepp Cordon gefüllt mit Frühstücks-Speck, Chili-Käse, Lauch und Gurkerl, dazu Erdäpfelsalat. Ich habe gebeten, mein Cordon bitte ohne Gurkerl zu füllen, das hat man mit Wohlgefallen aufgenommen und befolgt. Und das machte Sinn: Für mich war diese Speise beileibe das beste Cordon Bleu, das ich seit langem verzehren durfte: Die Panade war schon mit Kürbis- und Pinienkernen bereichert, der Speck und vor allem der Käse (Chili schmeckte ich nicht – aber es war großartig) machten diese Hauptspeise zu einem Genuss.

Ich muss gestehen, daß ich verabsäumt habe, mir den Preis zu merken. Es dürfte irgendetwas um die 12 Euro gewesen sein, ich weiss aber noch, dass ich es als durchaus wertig und passend empfunden habe. Ich war begeistert und auch meine Freundin drohte der freundlichen Wirtin: “Wir kommen sicher wieder!”

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Neben dem klassischen Schremser Bier gibt es auch ein (laut Wirtsleuten) extra für sie gebrautes Bier, dass sich sogar mit dem Namen der Patronin schmückte: Dunkel und sehr süffig. I LIKE IT. Alleine wegen des Waldviertler Sepp Cordon werden wir wieder kommen in unseren Waldviertler Schuhen und uns auch über das Schremser Bier freuen! Das hier auch Weinkultur hochgehalten wird, zeigt uns diese Seite (Achtung Sehr Bunt!)

Zum Waldviertler Sepp //Trinkl Maria

Schulgasse 5 Schrems 3943

 

 

# 19 Restaurant Sonnblick // Semmering

Pausen auf langen Autofahrten sind wichtig. Diese Pause im Ristorante Sonnblick hätte ich aber lieber nicht gemacht. In Gedenken an die fettigsten Pommes, die ich je serviert bekam:

 

Auf der Fahrt ins steirische ist die schönste Strecke für mich über den Semmering. Also so richtig über die Passhöhe statt durch den Tunnel. Der Luftkurort ist so schön mondän und verschlafen und wenn man gerade um die Mittagszeit vorbei kommt, dann auch ein guter Halt für eine Pause.  Diesmal wollten wir nicht lange suchen und haben gleich das erste Lokal abseits der Bundesstrasse ausgewählt, das uns einen unkomplizierten Parkplatz geboten hat.

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Von der Fahne “Hier gibt’s ofenfrische Pizza”, die mir im Ristorante Sonnblick Conveniencekost zu versprechen scheint habe ich mich nicht abschrecken lassen. Wohl auch weil ich mir als alter Minigolfhaudegen gedacht habe. “Wo Minigolf gespielt wird, das können keine Schlechten sein!”. Und sie hatten Cordon Bleu auf der Karte. Hinein mit uns!

Wir waren kurz nach 13.00 Uhr die einzigen Gäste. Im ersten Gastraum, nahe der Schank, durfte geraucht werden, wir sind weiter nach hinten, in den hellen Bereich an den Fenstern. Zwei Mal Cordon Bleu wurde geordert, der geschäftstüchtige Wirt hat uns noch extra Salate verkaufen können, wir freuten uns auf das Essen.

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Was gekommen ist, waren zwei doch recht feine Cordon Bleus, die Beilagen haben uns aber dein Appetit reichlich verdorben. Der Reis meiner Begleiterin war angebrannt und hat auch streng danach geschmeckt, meine Pommes waren … gelinde gesagt eine Frechheit. Die zwar handgeschnitzt wirkenden Dinge waren derartig von Fett durchtränkt, daß mir jetzt noch schlecht wird, wenn ich mir die Bilder ansehe. Hat irgendwie gewirkt, als wären sie entweder vor längerer Zeit schon einmal frittiert worden und nun – startend in noch viel zu kaltem Frittieröl – noch ein zweites Mal schnell frittiert um warm serviert zu werden.

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Das Cordon hat geschmeckt. Es war zwar an einigen Stellen schon zu tief gebräunt und auch nicht besonders fein abgetropft, aber die Konsistenz und der Geschmack des Schinkens und des Käses haben gepasst. Hätte durchaus gut sein können .. wären da nicht diese Beilagen gewesen. Nächstes Mal vielleicht wieder durch den Tunnel und dann auf der steirischen Seite essen.

Restaurant Sonnenblick

Hochstrasse 28-29
2680 Semmering Tel.:(+43) 02664/2498

#18 Gasthaus Lichtenstöger // Wien-Atzgersdorf

Das Gasthaus Lichtenstöger in Atzgersdorf ist ein klassisches Wiener Grätzelwirtshaus. Obwohl ich seit nunmehr 50 Jahren im Bezirk wohne, ist es mir erst vor kurzem aufgefallen. Liegt wohl daran, dass es an keiner Durchzugsstrasse liegt. Dabei habe ich da durchaus etwas versäumt, wird hier doch klassische, bodenständige Wiener Küche angeboten. Zu einem absolut fairen Preis.

Die Karte ist sehr vielfältig, saisonal wurden aktuell diverse Pilzgerichte angeboten, klarerweise habe ich mich in unserer Runde für das Cordon Bleu entschieden. Standardmäßig kommt es mit einem gemischten Salat um € 9,10 aus der Küche, ich hab die Beilage aber (ohne Aufpreis) zu Bratkartoffeln ändern können.

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Es kam nach etwa 20 Minuten eine wirklich schöne Portion, die Panier im idealen Bräunungsgrad und gut abgetropft. Laut Speisekarte bezieht die Küche das Fleisch für alle Gerichte vom Fleischhauer Hödl in der nahen Breitenfurterstrasse. Der Betrieb ist der letzte Fleischermeister, der in Wien noch selber schlachtet, für seine Qualität bei vielen Spitzenbetrieben sehr gefragt.

Der Käse ist gar sehr leicht geronnen, mutete fast wie so eine Schmelzkäsescheibe an. Auf die Frage, was denn da für ein Käse verwendet wurde, wollte der Kellner in der Küche nachfragen, die Antwort ist leider nie gekommen.

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Insgesamt hat das Cordon Bleu aber gut gemundet und gehört in seiner Qualität im Rahmen der bisherigen Tests wohl in das oberste Drittel der Güteklasse.

Sehr schön übrigens der Gastgarten, ist – wenn man die lokalen Heurigenbetriebe ausnimmt – wohl einer der schönsten im 23.Bezirk. Sehr angenehm übrigens, daß vom Fass auch das Bier der lokalen Atzgersdorfer Brauerei 100 Blumen ausgeschenkt wird. Standard sind übrigens die Biere aus Ottakring.

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Klostermanngasse 14
1230 Wien
Telefon: 01/ 869 86 51

#17 Pizzeria Venezia // Wien-Wieden

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Zugestellte Cordon Bleus können natürlich selten etwas, am wenigsten gustiös aussehen oder gar schmecken. Doch das Angebot eines “Mexican Cordon Bleus” machte mich dann schon neugierig, als die Kollegen sich in einer Pizzeria das Mittagessen bestellen wollten.

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Über Mjam war das ganze bereits nach 35 Minuten zugestellt. Und was man als erstes natürlich sieht: Eine Menge Verpackung. Ganz unten im Styropormantel das Cordon Bleu mit (echt viel) Pommes, im kleineren Styroporbecher dann der gemischte Salat und getoppt wird das ganze mit einer Plastikschüssel voll Dressing. Der Spass kostet € 9,70 was eigentlich für die Portionsgröße nicht viel ist. Aber: Die Pommes schon fast ausgekühlt und “lätschert”, Fleisch und Käsefüllung gingen Richtung geschmacklos. Gerade der Schinken war schmackhaft und durchaus üppig. Damit hielt er etwas gegen die Pfefferoni an, die ansonsten den Geschmack gänzlich dominieren würden.

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Im Menü war die Füllung zwar mit Mozzarella, Speck, Jalapeno angekündigt – Speck war das allerdings keiner. Eher ein dicker Landschinken, das tat dem ganzen aber durchaus gut. Der Gesamteindruck für mich aber war eher: Dort werde ich kein zweites Mal etwas gebackenes bestellen.

Übrigens: Die Pizzas der Kollegen haben zumindest sehr gut ausgesehen.

Pizzeria VeneziaWeyringergasse 30B; 1040 Wien

#16 Gasthaus Koci // Wien-Inzersdorf

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Eigentlich war es eher ein Zufall. Businessmeeting mit lieben Kollegen in der Vorstadt. Insgeheim habe ich natürlich auf ein Cordon Bleu auf der Karte gehofft. Aber dass sie Mittags als Menü sogar ein Cordon Bleu anbieten, war eine Überraschung:

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Das Cordon Bleu Menü (hier schreiben sie Gordon Blue ..eh lustig) kostet mit der Suppe gemeinsam nur € 7,20. Vier Personen an unserem Vierertisch haben sich für dieses Menü entschieden. Cordon Bleu Quote 100%. Eh klar, mein Tisch!

Was übrigens hier in Inzersdorf überrascht: Das Lokal ist bummvoll. Mittwoch mittags um 13.00 Uhr hätte es in dem wahrlich grossen Gasthaus keinen Platz gegeben, hätte mein Kollege nicht zuvor reserviert. Und das obwohl es ein Raucherlokal ist! ….oder vielleicht gerade deswegen? Naja, ich denke die Gäste mögen die bodenständige Küche, das flinke und freundliche Service. Und viel mehr gibt es in dieser Umgebung ja auch gar nicht. Ein Wunder eigentlich, daß das Gasthaus Koci einige Zeit geschlossen hatte, bis sich 2017 neue Betreiber gefunden haben.

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Die Art und Weise, wie das Gericht an den Tisch gekommen ist, hat mir aber alle Träume genommen. Zu lange frittierte Convenience-Kartoffelformstangerl aka Pommes. Ein (für ein Menü durchaus großer gefüllter Bröselfetzen) und darüber lieblos eine Viertelzitrone und zwei Alupackungen Ketchup uraufgeschmissen. Zu den Pommes brauch ich nicht viel sagen, da würde man sich wirklich eine feine handwerkliche und geschmackige Beilage wünschen, die man sich nicht durch Ketchup schönwürzen muss. Das Cordon selber war fein und hat selbstgemacht gewirkt. Fein mit Schinken und würzigem Käse gefüllt. A la Carte wäre ich wohl enttäuscht gewesen, zum Menüpreis von € 7,20 im schnellen Mittagsgeschäft sollte ich vielleicht nicht jammern.

Gasthaus Koci, Draschestrasse 81, A-1230 Wien

#15 Schnitzelhaus Erlaa // Wien

Diesmal wieder etwas für den ganz großen Hunger: Ausgehungert, zum kochen zu faul – oder auch genuagenommen nichts zum kochen daheim. Über Mjam den nächsten Schnitzelservice gesucht. Da schau her in Erlaa bietet das Schnitzelhaus sogar Riesen-Cordon Bleus in 6 Verschiedenen Varianten an: Klassisch, Puszta, Bauern, Gazi (mit Schafkäse), Brucker (mit Knoblauchwurst und Käse) und Kaiser. Wahlweise mit Schweinefleisch, gesurtem Schweinefleisch oder Pute.

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Die Kaiservariante war mir als Cordon Bleu neu, daher hab ich mich für diese Füllung entschieden: Schinken, Käse, geröstete Champignons und Zwiebel. Gemeinsam mit dem Mayonnaisekartoffelsalat kostete das große (eigentlich 2 große) Teil(e) € 15,60 zugestellt und dauerte am späten Nachmittag etwa 40 Minuten bis es geliefert wurde.

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Über den Geschmack kann man nichts negatives sagen, ein Highlight war ein aus der Zustellgastronomie geliefertes Cordon Bleu aber noch nie. Irgendwie schmecken die auch alle gleich und haben die selbe Konsistenz von Panier. Das der Mayonnaisekartoffelsalat genauso wie bei allen anderen schmeckt hat wohl damit zu tun, daß alle die selben großen Kübeln mit dem Fertigzeug einsetzen.

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Die Füllung war interessant, schmeckte aber quasi genauso wie bei einem Bauern-Cordon Bleu, die Champignon waren erst sehr weit in der Mitte wirklich präsent.

Für den (wirklich sehr) großen Hunger hat es gepasst. Wiederholungstäter werde ich beim Schnitzelhaus Erlaa wohl nicht.

 

 

#14 Buzihütte // Innsbruck

Wenn man in die Tiroler Landeshauptstadt kommt, ist es gar nicht so einfach, Gerichte nach österreichischer Tradition zu finden. Dominiert wird die Stadt am Inn vor allem vom italienischen Einschlag. Aber wir haben uns vorab informiert und sind auf einige Lokale gestossen, die unser besonderes Interesse geweckt haben.

Unser Taxifahrer hat etwas verwundert geschaut, als wir ihn vom Zentrum zur Buzihütte dirigierten: “Was wolltsch denn dort?!”, war seine irritierte Frage. “Eiterbeule testen”, unsere Antwort. Denn wir haben einiges gelesen von der sogenannten Eiterbeule, die nördlich von Innsbruck in einem Gasthof am Hang angeboten wird.

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Geöffnet ist nur am Abend und wir haben vorsorglich reserviert. Für einen Eiterbeulen- und einen Schnitzelesser. Hauptsache paniert. Mit dem Taxi kostet es gerade mal runde € 10, der Blick auf die Tiroler Landeshauptstadt ist aber toll. Die Hütte hat Kultstatus, hören wir. Auch die studentischen Rodler treffen sich da gerne am Ziel ihrer Rodelpartie, um noch den richtigen Alkoholpegel zu bekommen, bevor sie sich wieder ins Herz Innsbrucks zurücklagen. Als wir kommen, ist es noch sehr leer. Keine Frage, wir sind auch die ersten.

Die Speisekarte ist sehr traditionell mit heimischen Gerichten, neben der Eiterbeule (die uns als gefülltes Schnitzel angekündigt wurde) gab es auch ein klassisches Cordon Bleu auf der Wochenkarte. Aber wir wollten dieses seltsame Ding, dessen Rezeptur laut Website ja sehr geheimgehalten wird).

Etwas überraschend sind die Beilagen, die sowohl zur Eiterbeule als auch zum Wiener Schnitzel serviert werden. Ein Gupf Reis, eine Portion saurer Kartoffelsalat und ein Tupf Krautsalat. Hmmmm. Irgendwie nicht ganz passend zu gebackenem. Der Schnitzeltyp vis a vis von mir hat quasi alle Beilagen stehen lassen, die garnierende Tomate hat er mitverspeist.

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Ich hab es probiert, aber es hat einfach nicht gepasst. Entweder den Kartoffelsalat etwas süsser gestalten oder einfach klassische Kartoffelbeilagen hätten der Eiterbeule auch gut getan.

Was aber hat die Eiterbeule gefüllt? Wir tippen auf etwas Rohschinken, Käse, Pfefferoni und etwas Paprika. Eigentlich keine schlechte Kombination. Es war aber ganz ehrlich etwas zu lange in der Pfanne. Ein Attribut, dass man beim Schnitzel nur doppelt unterstreichen konnte.

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Sehr urig übrigens der Stil der Buzihütte, die Plastikblumen und die seltsamen Tischtücher hätte ich aber gerne gegen etwas originäreres ausgetauscht.

Das richtig gute Cordon Bleu in Innsbruck werden wir noch finden. Versprochen!

Gasthaus Restaurant Buzihütte Karoline Pilz

Berchtoldshofweg 14, 6020 Innsbruck,